Forschungsprojekt 02 · Oktober 2026

Wenn mein Gehirn digital weiterlebt – bin ich es noch?

Bewusstsein, digitale Gehirnsimulation und die Frage nach der persönlichen Identität.

In Bearbeitung

Was würde geschehen, wenn sich sämtliche relevanten Strukturen und Prozesse meines Gehirns digital nachbilden ließen?

Eine solche Simulation könnte theoretisch über meine Erinnerungen verfügen, meine Persönlichkeit widerspiegeln und überzeugt sein, dieselbe Person zu sein.

Doch würde auch mein subjektives Bewusstsein in dieser Simulation weiterexistieren? Oder entstünde lediglich eine neue Instanz, die sich für mich hält?

Ausgangspunkt

Fortschritte bei der Rekonstruktion und Simulation biologischer Nervensysteme machen diese Frage zunehmend relevant. Insbesondere die Forschung am Gehirn der Fruchtfliege zeigt, wie detailliert sich neuronale Netzwerke heute erfassen und modellieren lassen.

Die technische Nachbildung eines Gehirns darf jedoch nicht mit dem Nachweis bewussten Erlebens oder persönlicher Identität gleichgesetzt werden.

Forschungsfrage

Unter welchen Voraussetzungen könnte eine digitale Gehirnsimulation bewusstes Erleben besitzen, und ließe sich feststellen, ob dabei die subjektive Kontinuität des ursprünglichen Individuums erhalten bleibt?

Stand der Recherche

Das Projekt untersucht unterschiedliche theoretische Positionen, insbesondere den computationalen Funktionalismus und den biologischen Naturalismus.

Ersterer betrachtet die funktionale Organisation eines Systems als möglichen entscheidenden Faktor für Bewusstsein. Letzterer betont die möglicherweise grundlegende Bedeutung biologischer und körperlicher Prozesse.

Bislang existiert kein allgemein akzeptiertes Verfahren, das die Fortsetzung der subjektiven Ich-Perspektive nach einer hypothetischen Gehirnübertragung nachweisen könnte.

Nächste Schritte

Im Mittelpunkt stehen die systematische Auswertung neurowissenschaftlicher und philosophischer Fachliteratur, die Auseinandersetzung mit möglichen experimentellen Prüfverfahren sowie der fachliche Austausch über die Grenzen empirischer Nachweisbarkeit.

Besonders interessiert mich, welche Erkenntnisse künftige Gehirnsimulationen tatsächlich liefern können – und welche Fragen möglicherweise auch dann philosophisch offenbleiben.

Einordnung

Dieses Vorhaben ist eine unabhängige, explorative Literatur- und Konzeptrecherche. Es liegen keine eigenen experimentellen Ergebnisse vor.

Ziel ist nicht, eine vorgefasste These zu bestätigen, sondern die Grenze zwischen technischer Reproduzierbarkeit und subjektivem Erleben möglichst präzise zu untersuchen.

Weiterführende Literatur

Erik Scheikl · erikscheikl.org

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